Der Verein
Vereinschronik
Die kleine Vereinschronik des SV Seitzenhahn:
Der Sportverein Seitzenhahn wurde am 04.11.1953 gegründet.
Was ging voraus? Ein vielfältiges Freizeitangebot, wie es der heutigen Jugend zur Verfügung steht, gab es damals noch nicht.
Die jungen Seitzenhahner trafen sich in ihrer Freizeit auf den wenig belebten Straßen im Dorf und spielten dort begeistert Fußball. Als Fußballtor diente damals so manches Hof- und Scheunentor. Nicht immer fand dies die Zustimmung der Eigner und des Bürgermeisters.
Aber wo sollten die jungen Leute spielen? Schließlich wurde die Bitte an den damaligen Bürgermeister Krieger herangetragen, mit seinem Gemeinderat über einen Fußballplatz nachzudenken. Der Bürgermeister machte von Anfang an deutlich, dass dies nur möglich werde, wenn sich ein Verein gründet. So dachte man im damaligen Gasthaus "Zur guten Quelle" (Besitzer Karl Wink) nach, wie man das Ganze auf den Weg bringen könnte. Gebraucht wurde eine Führungsperson, die dem angedachten Verein vorstehen sollte.
Da fiel den beiden Landwirten Adam Wolf und Willi Römer der rührige Seitzenhahner Mitbürger Walther Fasold ein. Dieser ließ sich für die Aufgabe gewinnen und exakt am 04.11., dem Geburtstag von Walther Fasold, wurde der Verein im Jahre 1953 im Gasthaus "Zur guten Quelle" gegründet. Walther Fasold machte weiteren Sportbegeisterten Mut und hatte schnell einen Vorstand zusammen, dem neben ihm als 1. Vorsitzenden folgende Seitzenhahner angehörten:

Lehrer Willi Ullius
Landwirt Jakob Hamm
Landwirt Adam Wolf
Landwirt Willi Römer
Landwirt Walter Krieger
Verwaltungsangestellter Willi Kugelstadt
Schuhmacher Christian Scheidt.

Nur wenige Monate später, am 10.06.1954, wurde der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bad Schwalbach eingetragen.
Keine leichte Aufgabe war es, einen geeigneten Standort für einen Sportplatz zu finden, gab es doch in Seitzenhahn mit seiner hügeligen Landschaftsstruktur wenig ebene Flächen. Schließlich wurde man fündig. Am Schanze-Birken-Weg bewirtschafteten die Landwirte Anton Jung und Julius Thurn, letzterer auch als anerkannter Küfer bekannt, ihre Äcker. Nach anfänglichem Widerstand willigten beide ein gegen eine Entschädigung von 400 DM ihre landwirtschaftlichen Flächen für die Errichtung eines Sportgeländes herzugeben. Da in Seitzenhahn die Landwirtschaft noch sehr verbreitet war, gab es auch eine Vielzahl von Pferden in den bäuerlichen Betrieben. Daraus entstand das Bedürfnis, auch eine Reitabteilung im Sportverein zu gründen. Diese benötigte natürlich ebenfalls einen Reitplatz für ihre Sportausübung. So errichtete man eine Reitanlage und daneben das Spielfeld für die Fußballer.
Die Finanzierung von Sport- und Reitplatz war nicht einfach. Die Gemeinde war arm und der Verein hatte noch kein Geld. Die Kosten für beide Einrichtungen beliefen sich aber auf mehrere tausend Mark. So wurden die Kosten für das Schieben der beiden Plätze in zähen Verhandlungen mit der Kreisverwaltung Untertaunus teilweise von dort und im übrigen als Darlehen von der Gemeinde Seitzenhahn übernommen. Der 1. Vorsitzende Walther Fasold musste über einen Betrag in Höhe von 1.700 DM eine selbstschuldnerische Bürgschaft übernehmen. Der Verein zahlte jährliche Raten in Höhe von 100 DM an die Gemeinde zurück. Nachdem die Hälfte getilgt war, wurden dem Verein von der Gemeinde die Restschulden erlassen.